Häufig gestellte Fragen

Grundlagen zum Pflegegrad

Ein Pflegegrad beschreibt, wie stark eine Person aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen im Alltag auf Hilfe angewiesen ist. Je höher der Pflegegrad (1–5), desto umfangreicher sind die Leistungen der Pflegeversicherung.

Menschen, die aufgrund von körperlichen, geistigen oder psychischen Einschränkungen dauerhaft Hilfe im Alltag benötigen. Die Einschränkungen müssen voraussichtlich mindestens sechs Monate bestehen.

Nein. Sowohl Kinder als auch Erwachsene und Senioren können einen Pflegegrad erhalten.

  • Pflegegrad 1: Geringe Beeinträchtigung
  • Pflegegrad 2: Erhebliche Beeinträchtigung
  • Pflegegrad 3: Schwere Beeinträchtigung
  • Pflegegrad 4: Schwerste Beeinträchtigung
  • Pflegegrad 5: Schwerste Beeinträchtigung mit besonderen Anforderungen

Ja. Menschen mit Demenz, Alzheimer oder anderen kognitiven Einschränkungen können einen Pflegegrad erhalten, auch wenn sie körperlich noch relativ fit sind.

Der Pflegegradantrag

Bei der Pflegekasse. Diese ist bei der jeweiligen Krankenkasse angesiedelt.

Ja. Ein kurzer Anruf genügt meist, um den Antrag anzustoßen. Empfehlenswert ist anschließend eine schriftliche Bestätigung.

In den meisten Fällen schickt die Pflegekasse nach der Antragstellung entsprechende Unterlagen zu.

  • Die betroffene Person selbst
  • Bevollmächtigte Angehörige
  • Gesetzliche Betreuer

Nein. Die Antragstellung ist kostenlos.

Ab dem Monat der Antragstellung. Deshalb sollte der Antrag möglichst früh gestellt werden.

Viele Krankenkassen bieten mittlerweile Online-Anträge an.

Die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst

Die Pflegekasse beauftragt den Medizinischen Dienst (MD) oder bei Privatversicherten Medicproof.

Ja, meistens erfolgt ein Hausbesuch. Teilweise sind auch Videobegutachtungen möglich.

Das ist nicht verpflichtend, aber dringend zu empfehlen.

Meist zwischen 30 und 90 Minuten.

  • Mobilität
  • Kognitive Fähigkeiten
  • Verhaltensweisen
  • Selbstversorgung
  • Umgang mit Krankheiten
  • Alltagsgestaltung

Nein. Der tatsächliche Alltag sollte gezeigt werden.

  • Probleme herunterspielen
  • Aus Scham Hilfe verschweigen
  • Angehörige beantworten alle Fragen
  • Hilfsmittel nicht zeigen

Ja. Es hilft enorm, den tatsächlichen Unterstützungsbedarf nachzuweisen.

Das Pflegetagebuch

Eine Dokumentation aller täglichen Hilfen.

  • Körperpflege
  • Anziehen
  • Essen und Trinken
  • Toilettengänge
  • Medikamente
  • Betreuung
  • Nächtliche Hilfe

Mindestens 1–2 Wochen vor dem Gutachtertermin.

Pflegegrad-Punkte und Bewertung

Der Gutachter vergibt Punkte in verschiedenen Bereichen.

  • Pflegegrad 1: 12,5 bis unter 27 Punkte
  • Pflegegrad 2: 27 bis unter 47,5 Punkte
  • Pflegegrad 3: 47,5 bis unter 70 Punkte
  • Pflegegrad 4: 70 bis unter 90 Punkte
  • Pflegegrad 5: 90 bis 100 Punkte

Nicht manipulieren, aber durch vollständige Angaben und gute Vorbereitung eine realistische Einstufung erreichen.

Leistungen bei Pflegegrad

  • Pflegegeld
  • Pflegesachleistungen
  • Entlastungsbetrag
  • Verhinderungspflege
  • Kurzzeitpflege
  • Tagespflege
  • Wohnraumanpassung
  • Pflegehilfsmittel

Eine Geldleistung für Pflegebedürftige, die von Angehörigen gepflegt werden.

Leistungen eines ambulanten Pflegedienstes.

Ja. Dies nennt sich Kombinationsleistung.

Ein monatlicher Zuschuss für Unterstützungsangebote im Alltag.

Pflege durch Angehörige

Ja.

Nein.

Indirekt über das Pflegegeld.

Unter bestimmten Voraussetzungen zahlt die Pflegekasse Rentenbeiträge und Unfallversicherung.

Ja.

Ja, unter bestimmten Voraussetzungen gibt es Pflegezeit und Familienpflegezeit.

Widerspruch gegen den Pflegegrad

Innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen.

Sehr häufig. Viele Entscheidungen werden nach einem Widerspruch angepasst.

Nicht sofort. Eine Begründung kann nachgereicht werden.

Unbedingt.

Wir helfen Ihnen beim Widerspruch. Weitere Infos finden Sie hier.

Höherstufung

Ja.

Wenn sich der Gesundheitszustand verschlechtert hat.

In den meisten Fällen ja.

Pflegegrad bei Demenz

Nein, aber häufig einen Anspruch darauf.

  • Orientierung
  • Gedächtnis
  • Gefahreneinschätzung
  • Tagesstruktur
  • Selbstständigkeit
  • Weglaufen
  • Vergessen von Medikamenten
  • Verwechseln von Personen
  • Nächtliche Unruhe

Pflegegrad im Krankenhaus

Ja.

Wir helfen Ihnen dabei. Weitere Infos finden Sie hier.

Pflegegrad im Heim

In den meisten Fällen ja.

Nein. Eigenanteile bleiben meist bestehen.

Pflegehilfsmittel

  • Pflegebett
  • Rollstuhl
  • Rollator
  • Toilettenstuhl
  • Lagerungshilfen

Bei medizinischer Notwendigkeit oft ganz oder teilweise.

Ja, beispielsweise:

  • Einmalhandschuhe
  • Bettschutzeinlagen
  • Desinfektionsmittel

Häufige Sorgen von Angehörigen

Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen und Entlastungsangebote nutzen.

Gespräche führen, Hausarzt einbeziehen und Unterstützungsmöglichkeiten aufzeigen.

Pflegedienste, Tagespflege oder stationäre Einrichtungen können unterstützen.

Oft innerhalb weniger Wochen, in besonderen Fällen schneller.

Den tatsächlichen Pflegebedarf offen darstellen und nichts beschönigen.

Lassen Sie Ihre Situation kostenfrei einschätzen.

Viele Unsicherheiten entstehen erst, weil Menschen unvorbereitet in die Begutachtung gehen.

Ein kurzes Erstgespräch hilft dabei, die eigene Situation besser einzuordnen und mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen.

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